Entscheidung zur Rolle von KI im Beschwerdeverfahren

Inwie­weit kann KI wie ChatGPT für Fra­gen zur Aus­le­gung von Merk­ma­len oder erfin­de­ri­scher Tätig­keit her­an­ge­zo­gen wer­den?

Die­se aktu­el­le T‑Entscheidung (T 1193​/​23) des Euro­päi­schen Patent­am­tes, an wel­cher Bös­herz Goe­bel Patent­an­wäl­te als Ver­tre­ter betei­ligt waren, stellt nun klar:

Allein die all­ge­mein zuneh­men­de Ver­brei­tung und Nut­zung von Chat­bots, die auf Sprach­mo­del­len (“lar­ge lan­guage models”) und/​oder “künst­li­cher Intel­li­genz” beru­hen, recht­fer­tigt noch nicht die Annah­me, dass eine erhal­te­ne Ant­wort […] not­wen­di­ger­wei­se das Ver­ständ­nis der Fach­per­son auf dem jewei­li­gen tech­ni­schen Gebiet (zum rele­van­ten Zeit­punkt) rich­tig abbil­det” (s. Ent­schei­dungs­text)

Die Beschwer­de­kam­mer des EPA betont, dass für die kor­rek­te Aus­le­gung von Patent­an­sprü­chen statt­des­sen geeig­ne­te Fach­li­te­ra­tur her­an­zu­zie­hen ist. Im vor­lie­gen­den Fall ging es dar­um, ob ChatGPT-Ant­wor­ten zur Begriffs­aus­le­gung her­an­ge­zo­gen wer­den kön­nen – ein Vor­ge­hen, das die Kam­mer klar zurück­ge­wie­sen hat.

Die­se Ent­schei­dung ist ein ers­ter, wich­ti­ger Weg­wei­ser für die Gren­zen der KI-Nut­zung in Patent­ver­fah­ren und unter­streicht die anhal­ten­de Bedeu­tung fun­dier­ter fach­li­cher Exper­ti­se.

Ansprech­partner

Sebastian Goebel
Partner